François Jullien ist Hannah-Arendt-Preisträger für politisches Denken 2010
 
Bremen/Berlin, 5. August 2010 – Die Jury des Hannah-Arendt-Preises für politisches Denken e.V. hat sich für den diesjährigen Preisträger entschieden: Gekürt wird der französische Philosoph und Sinologe François Jullien. Der von der Stadt Bremen und der Heinrich Böll Stiftung gestiftete und mit 7.500 Euro dotierte Preis wird François Jullien am Freitag, 3. Dezember 2010, um 18 Uhr im Bremer Rathaus im Rahmen einer Festveranstaltung überreicht.
 
Die Begründung der Jury
François Jullien lebte viele Jahre in China und gilt als einer der bedeutendsten Kenner des Landes. „Lange bevor alle Welt vom ungewöhnlichen Aufstieg Chinas beeindruckt war, spürte François Jullien in immer neuen Versuchen dem chinesischen Denken nach. Er wollte China besser verstehen. Besser verstehen wollte er auf dem Umweg über China aber auch und vor allem Europa und das westliche Denken in seiner Eigenart“, sagt Jurymitglied Joscha Schmierer und erläutert im Weiteren die Begründung für den Preisträger: „Westliches Denken neigt zu plattem Verständnis von Universalismus als Verallgemeinerung westlichen Denkens. Indem Jullien das westliche Denken mit dem chinesischen Denken konfrontiert, arbeitet er dem Missverständnis entgegen, Universalismus wäre leicht zu erreichen, wenn alle erst einmal denken, wie es im Westen zur Gewohnheit geworden ist. Da er das chinesische Denken ernst nimmt, kann er als Aufgabe formulieren, Universalismus nicht als gegeben voraus zu setzen, sondern als praktizierten Pluralismus unterschiedlicher Denktraditionen diskursiv anzustreben: Universalismus als Leitidee eines sich selbst aufklärenden Pluralismus.“ Jullien frage nach Möglichkeiten wechselseitigem Verstehens unter unterschiedlichen Voraussetzungen: Versteht man das eigene Denken nicht erst, wenn man das Denken des anderen zu verstehen versucht? Und ist dieses Verständnis der Grenzen der eigenen Denktradition nicht Bedingung der Verständigung?“ So sei denn bei Jullien guter Rat zu holen, wenn westliche Politiker in China für die Menschenrechte fechten oder Manager europäischer Unternehmen mit chinesischen Partnern verhandeln. Denn: „Im Verhältnis des Westens zu China lauern Missverständnisse. Je weniger man sich der Unterschiede des Denkens bewusst ist, desto größer ist die Gefahr, sich erst einmal nicht oder falsch zu verstehen“, sagt Schmierer. François Jullien habe sich diesem Problem in permanentem Nachdenken gestellt. Und es gelinge ihm in seinen Texten, auch Nicht-Sinologen an diesem Nachdenken zu beteiligen. „Jullien ist ein Grenzgänger, der die Grenzen nicht verschwinden lässt, sondern sichtbar macht, um auf beiden Seiten von einander zu lernen“, so Schmierer.
 
Über den Preisträger
Der Philosoph und Sinologe François Jullien, geboren 1951 in Embrun im französischem Département Hautes-Alpes, studiert in den 1970er Jahren an der Ecole Normale Supérieure in Paris sowie Chinesisch an der Beijing Universität in Shanghai. Nach seiner Promotion 1978 wird er Leiter der Antenne Française de sinologie in Hong Kong und gründet die Zeitschrift „Extrême Orient – Extrême Occident“. Nach seiner Habilitation in Sinologie an der Universität Paris 7 Denis Diderot 1983 wird er Stipendiat im Japanisch-Französischen Haus in Tokyo. Ende der achtziger Jahre ist er Präsident der Französischen Gesellschaft für Chinastudien und in den darauffolgenden zehn Jahren Direktor des UFR Asie Orientale der Universität Paris 7 Denis Diderot. Parallel dazu übt er für drei Jahre das Präsidentenamt des Collège international de philosophie aus. Seit 2001 ist er Mitglied des Institut Universitaire de France und seit 2002 Direktor des Instituts Marcel Granet. An der Universität Paris 7 Denis Diderot ist er seit dem auch Direktor des Institut für zeitgenössisches Denken und seit 2004 Professor für ostasiatische Sprachen und Kultur. Daneben ist er als Wirtschaftsberater französischer Unternehmen tätig, die Projekte in China durchführen, sowie Herausgeber der Sammlungen "Orientales" und "Libelles" beim Verlag Presses Universitaires de France in Paris. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.
 
Informationen zum Preis unter: www.boell-bremen.de

 

 

 

 

 

Sinn und Form, Beiträge zur Literatur, 3/2010

Thomas Wild
Gespräch mit Hans Magnus Enzensberger. "Ich habe vor allem Hannah Arendts Haltung bewundert, ihre Unabhängigkeit", S. 331ff.

Hilde Domin, Hannah Arendt
Briefwechsel 1960-1963, S. 340 ff.

 

 

 

 

 

The papers of the Arendt conference in Helsinki 2006

are now available in the e-journal Collegium:

 

Vol. 8: Hannah Arendt: Practice, Thought and Judgement

 

Edited by Mika Ojakangas (2010)

 

http://www.helsinki.fi/collegium/e-series/volumes/volume_8/index.htm

 

 

 

 

 

Hannah Arendt | Facebook

 

Willkommen auf der Facebook-Gemeinschaftsseite über Hannah Arendt,

einer Sammlung gemeinsamen Wissens bezüglich Hannah Arendt.

 

de-de.fbjs.facebook.com/pages/w/109590659058913




 

Carlos A. Aguilera - Hannah-Arendt-Stipendiat in Hannover

Seit Anfang September 2009 lebt ein neuer Hannah-Arendt-Stipendiat in Hannover. Der kubanische Schriftsteller Carlos A. Aguilera wurde 1970 in Havanna geboren. Er studierte romanische Philologie und publiziert seit 1995 Lyrik, Romane und Theaterstücke. 1997 gründete er mit Freunden die unabhängige Literaturzeitschrift "Diáspora(s)" und setzte sich, während er sich gerade im Ausland aufhielt, 2003 öffentlich gegen die rechtswidrige Inhaftierung von 75 kubanischen Intellektuellen ein. Die kubanische Regierung verhängte daraufhin eine Einreisesperre gegen ihn, so dass Aguilera bis auf weiteres nicht nach Hause zurückkehren kann. Weiter
http://www.hannover-entdecken.de/content/view/12502/152/
http://www.icorn.org/articles.php?var=115

 

 

 


Deutschlandradio, Reihe Hörsaal, Beitrag vom 18.01.2010:

Vorlesung der Woche "Die Menschen und der Terror"

Mit Hannah Arendt, Eugen Kogon, Theodor Adorno und Max Horkheimer.
Es diskutieren die Professoren Eugen Kogon sowie Theodor Adorno und Max Horkheimer. Eine Sendung aus dem Jahr 1953.
Im Anschluss ist ein Manuskript von Hannah Arendt zu dem selben Thema aus dem Jahre 1953 zu hören; das Manuskript verfasste sie in New York. Der damalige RIAS Berlin lies es durch einen Sprecher verlesen.
Die Sendung ist zugänglich unter
http://wissen.dradio.de/index.88.de.html?dram:article_id=262

 

 


Hannah Arendt. Pensar en tiempos sombríos. J.A. Zamora y S. Arribas (coord.), Arbor, Vol. 186, No. 742 (2010)
Con textos en pdf de Hannah Arendt (Estado Nacional y democracia La ausencia de ley es inherente en los desarraigados, Tres poemas: Ensimismada, W.B., Parque junto al Hudson), Sergio Sorentino, Ángel Prior Olmos, José Lasaga, Reyes Mate, José A. Zamora, Sonia Arribas, Noelia Bueno Gómez, Marina López.
 http://arbor.revistas.csic.es/index.php/arbor/issue/current/showToc

 

 



Colloque
Economie et Société chez Hannah Arendt


25-26 novembre 2010
organisé par Sciences Po Lille et le CLERSE (CNRS)
avec le soutien de l’Association Charles Gide

84 rue de Trévise, 59000 Lille

Comité d’organisation : Arnaud Berthoud – Annette Disselkamp – Benoît Lengaigne – Patrick Mardellat – Delphine Pouchain – Richard Sobel



De nombreux travaux ont été consacrés ces dernières années à la pensée de H.Arendt. Mais étrangement les notions d’économie et de société qui occupent pourtant une place majeure dans sa conception de « la condition de l’homme moderne » ont été délaissées.

Ce colloque de philosophie économique ouvert aux économistes, sociologues, politistes, historiens et philosophes voudrait combler cette lacune.

Il s’agirait d’abord de discuter l’idée que se fait Arendt de l’économie – c’est-à-dire à la fois sa critique de l’Economie Politique et de Marx, sa position à l’égard de l’économie des sociétés modernes et, par contraste, son concept d’économie naturelle s’il existe.

Il s’agirait ensuite d’étudier la pensée d’Arendt sur le sujet en la confrontant à quelques uns de ses contemporains ayant abordé des thèmes similaires ou aux auteurs qui semblent se trouver dans son horizon. A titre d’exemples : Heidegger, l’habitat et le monde ; Léo Strauss et l’utilitarisme ; Hans Jonas et le principe responsabilité ; Michel Henry, la vie et l’économie… Mais aussi Aristote, A.Smith ou Rousseau qui à un titre ou à un autre inspirent ses conceptions de l’économie et de la société.

Il s’agirait enfin de s’interroger sur l’usage possible de sa critique de  l’économie dans les débats contemporains sur l’économie sociale et solidaire et sur l’économie du développement durable. On sait que Arendt a toujours voulu être engagée dans les débats de son temps. A la limite, la question pourrait donc être celle-ci : sa notion d’économie peut-elle être une alternative pertinente ou tout au moins une référence majeure pour la critique contemporaine du capitalisme ?

Secrétariat du colloque : Carole Roncen
carole.roncen@iep.univ-lille2.fr

Institut d’Etudes Politiques de Lille, 84 rue de Trévise, 59000 Lille
Tél : ++ (33) (0)3.20.90.42.76

 

 

 

San Diego State University
Summer 2010 NEH Seminar for School Teachers (K-12)


The Political Theory of Hannah Arendt :
The Problem of Evil and the Origins of Totalitarianism 

http://www-rohan.sdsu.edu/~arendt/

 
 


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